Unternehmenskauf: Asset Deal

1. Alternativen beim Unternehmenskauf
1.1 Unternehmenskauf als Share Deal
Beim Share Deal kauft der Käufer dem Verkäufer die Geschäftsanteile ab, die der Ver-käufer an dem Zielunternehmen hält. Der Share Deal zeichnet sich also dadurch aus, dass das Zielunternehmen selbst durch den Share Deal an sich in seinem Bestand nicht be-troffen ist.

1.2 Unternehmenskauf als Asset Deal
Beim Asset Deal hingegen kauft der Käufer das Zielunternehmen selbst oder einen Teil des Zielunternehmens.

Die Besonderheit des Asset Deals besteht darin, dass – aus rechtlichen Gründen – die das Zielunternehmen ausmachenden Vermögensgegenstände einzeln gekauft werden müssen. Eine Generalsukzession beim Erwerb einer Mehrzahl von Vermögensgegenständen ist ge-setzlich nicht vorgesehen.

2. Essentialia des Unternehmenskaufes als Asset Deal
Der Umstand, dass bei einem Unternehmenskauf in der Form der Asset Deals rechtlich ein Kauf der das Zielunternehmen auszeichnenden einzelnen Vermögensgegenstände statt-finden muss, hat für die Gestaltung des Unterkaufvertrages wesentliche Konsequenzen. Diese bestehen z.B. darin, dass

  • die Vermögensgegenstände einzeln erfasst werden müssen:  z.B. Sachen (das Eigentum an dem gesamten Sachanlagevermögen mit den darin aufgelisteten, zu einem definierten Stichtag vorhandenen Einrichtungen, Betriebs- und Geschäftsausstattung einschließlich Werkstattausstattung, Lagerbestände, Klein- und Handwerkszeuge, Spezialwerkzeuge, Geräte, Maschinen und Fahrzeuge, sowie geringwertige Wirtschaftsgüter), Forderungen, Verbindlichkeiten, Schutzrechte, Know-How, Verträge, Kundenadressen, Datenbestände, Dokumentationen, Recht zur Firmenfortführung),
  • der Unternehmenskaufvertrag ein Stichtagsregelung enthalten muss, aus der sich eindeutig ergibt, welcher Zeitpunkt für den Übergang des Eigentums an den Vermögensgegenständen und die Forderungsabgrenzung (Haftung für Verbindlichkeiten des Zielunternehmens z.B. aus Steuern, Sozialversicherung, Forderungen Dritter) maßgebend sein soll,
  • Regelung, wonach der Verkäufer im Zeitraum zwischen Unterzeichnung des Unternehmenskaufvertrages und dem Stichtag keine Handlungen oder Maßnahmen unternimmt, die über den gewöhnlichen Geschäftsgang hinausgehen,
  • eine der Stichtagsregelung angepasste Haftungsfreistellungserklärung des Verkäufers, wonach er den Käufer von Ansprüchen Dritter freistellt, die vor dem Stichtag entstanden sind,
  • Regelung bezüglich Verträgen mit Dritten (z.B. dem Vermieter einer angemieteten Unternehmensimmobilie) für den Fall, dass die Dritten einer Vertragsfortführung nicht zustimmen,
  • der Übergang der Arbeitsverhältnisse,
  • Bestimmung und Zusammensetzung des Kaufpreises,
  • eine Regelung zur künftigen wettbewerblichen Situation zwischen Käufer und Zielunternehmen einerseits und Verkäufer andererseits,
  • Regelungen zur Sach- und Rechtsmängelhaftung.

3. Notwendigkeit eines vorgeschalteten Due Diligence Verfahrens
Im Kontext des Unternehmenskaufes ist ein vorgeschaltetes Due Diligence Verfahren un-verzichtbar. Dabei versteht man unter Due Diligence die systematische Untersuchung des Zielunternehmens durch einen am Erwerb des Zielunternehmens interessierten Käufer.

Mit der Due Diligence will der Kaufinteressent einen möglichst fundierten Überblick über die wirtschaftliche, finanzielle, rechtliche und steuerliche Situation des Zielunternehmens gewinnen. Auf der Grundlage des gewonnenen Überblicks trifft der Erwerber dann die Entscheidung, ob er das Zielunternehmen kaufen will oder nicht.

Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Due Diligence Verfahren müssen in dem Unter-nehmenskaufvertrag umgesetzt werden, z.B. die Frage: was geschieht, wenn der Vermieter der angemieteten Unternehmensimmobilie einer Fortsetzung des Miet-vertrages mit dem Käufer des Zielunternehmens nicht zustimmt.

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